Sven Petke

Warum CDU-Politiker Sven Petke dem Brandenburger Landtag den Rücken kehrt

Sven Petke gehörte fast zwei Jahrzehnte lang zu den bekanntesten Gesichtern der Brandenburger CDU – als Generalsekretär, stellvertretender Fraktionschef und streitbarer Innenpolitiker. Ende Oktober 2018 verließ er überraschend den Potsdamer Landtag.

Die Fakten im Überblick

Sven Petke, geboren am 28. November 1967 in Guben, saß von September 1999 bis Oktober 2018 für die CDU im Landtag Brandenburg. Ende August 2018 kündigte er über Facebook an, sein Mandat zum 31. Oktober desselben Jahres niederzulegen. Als Begründung nannte er eine berufliche Neuorientierung nach fast zwei Jahrzehnten im Parlament. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über seinen Rückzug berichtet. Über sein konkretes neues berufliches Ziel äußerte sich Petke zunächst nicht öffentlich, sondern informierte vorrangig seine Fraktionskollegen.

Bemerkenswert am Zeitpunkt: Petke sollte nur wenige Tage zuvor erneut als Direktkandidat seines Wahlkreises Teltow-Fläming für die Landtagswahl 2019 nominiert werden. Überraschend erklärte er jedoch seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur – ein deutliches Signal, dass sein Rückzug bereits länger geplant war.

Warum Petke den Landtag verließ

Öffentlich sprach Petke lediglich von einer beruflichen Neuorientierung, ohne diese näher zu konkretisieren. Wenig später wurde bekannt, wohin ihn sein Weg führte: Petke übernahm die Leitung des Auslandsbüros der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina. Diese Position bekleidete er von 2019 bis 2023.

Der Wechsel markierte damit keinen Rückzug aus der Politik im engeren Sinne, sondern eine Verlagerung von der Landespolitik in die internationale politische Stiftungsarbeit – ein für CDU-Politiker mit außenpolitischem Profil nicht unüblicher Karriereschritt.

Vorgeschichte: Rückschläge in der Parteikarriere

Petkes politische Laufbahn verlief nicht ohne Rückschläge. 2004 wurde er Generalsekretär der Brandenburger CDU, trat dieses Amt jedoch im September 2006 im Zuge der sogenannten E-Mail-Affäre wieder ab. Ihm und dem damaligen Landesgeschäftsführer Rico Nelte war vorgeworfen worden, den E-Mail-Verkehr von Landesvorstandsmitgliedern ohne deren Wissen überwacht sowie das Leseverhalten von rund 2.800 Newsletter-Abonnenten kontrolliert zu haben. Ein deswegen eingeleitetes Verfahren wurde eingestellt.

Bei der Wahl zum CDU-Landesvorsitzenden am 27. Januar 2007 unterlag Petke seinem Konkurrenten Ulrich Junghanns denkbar knapp mit 110 zu 112 Stimmen. Er kandidierte daraufhin erfolgreich für einen der stellvertretenden Vorsitzendenposten. Im Herbst 2011 trat Petke bei der Wahl zum Landesvorstand nicht mehr erneut an und zog sich damit aus der engeren Führung der Landes-CDU zurück – ein Schritt, der damals als Distanzierung vom strikten Oppositionskurs der Partei- und Fraktionsvorsitzenden Saskia Ludwig gewertet wurde. Eine offizielle Begründung nannte Petke dazu nicht.

Petkes politisches Profil im Landtag

Während seiner Zeit im Landtag profilierte sich Petke vor allem als Innen- und Kommunalpolitiker sowie als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte er 2016, als er aus Protest gegen abfällige Äußerungen des damaligen AfD-Fraktionschefs Alexander Gauland über den Fußballnationalspieler Jérôme Boateng mit dessen Trikot zu einer Plenardebatte erschien – eine Geste, für die er sogar Lob vom damaligen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) erhielt.Sven Petke

Was ist aus Sven Petke geworden?

Nach dem Ende seiner Tätigkeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sarajevo 2023 bekleidet Petke aktuell kein politisches Mandat mehr. Weder auf Landes-, Bundes- noch auf EU-Ebene ist er derzeit als aktiver Politiker mit Mandat oder Kandidatur verzeichnet. Er gilt inzwischen als ehemaliger Berufspolitiker.

Auch privat gab es zuletzt eine Veränderung: Petke war seit 2003 mit der CDU-Politikerin und heutigen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verheiratet, mit der er drei gemeinsame Kinder hat. Das Paar lebt inzwischen getrennt. Reiche selbst ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz und war zuvor unter anderem Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG.

Mehr zu dieser privaten Verbindung und ihrer Geschichte lesen Sie in unserem Artikel über Katherina Reiches Ehemann.

Häufige Fragen zu Sven Petke

Wann hat Sven Petke den Landtag verlassen?

Petke gab sein Landtagsmandat zum 31. Oktober 2018 ab, nachdem er die Entscheidung Ende August 2018 öffentlich gemacht hatte.

Warum ist Sven Petke aus dem Landtag ausgeschieden?

Er begründete seinen Schritt mit einer beruflichen Neuorientierung. Konkret wechselte er in die Leitung des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sarajevo, wo er von 2019 bis 2023 tätig war.

Ist Sven Petke noch politisch aktiv?

Nein. Aktuell hat er kein politisches Mandat und keine laufende Kandidatur auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene inne.

Ist Sven Petke mit Katherina Reiche verheiratet?

Die beiden waren seit 2003 verheiratet, leben inzwischen aber getrennt. Katherina Reiche ist seit Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.

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