Volker Finke: Der Trainer mit der längsten Amtszeit im deutschen Profifußball
Volker Finke ist ein deutscher Fußballtrainer, der von 1991 bis 2007 ohne Unterbrechung den SC Freiburg trainierte. Diese 16 Jahre gelten bis heute als die längste Amtszeit im deutschen Profifußball. Geboren am 24. März 1948 in Nienburg/Weser, führte er den Verein aus dem Breisgau dreimal in die Bundesliga. Später arbeitete er in Japan, beim 1. FC Köln und als Nationaltrainer Kameruns.
Wer ist Volker Finke? Herkunft und Weg zum Trainer
Volker Finke wurde am 24. März 1948 in Nienburg/Weser in Niedersachsen geboren. Nach dem Abitur diente er drei Jahre in der Bundeswehr und beendete seine Dienstzeit 1969 als Leutnant im Artillerieregiment 4. Als Spieler war er für den TSV Havelse (1967–1969) und den Hannoverschen SC (1969–1975) aktiv. Parallel zum Fußball arbeitete er als Studienrat. Seine Trainerlaufbahn begann er Mitte der 1970er-Jahre als Spielertrainer beim TSV Stelingen. Von Februar 1986 bis Oktober 1990 war er Cheftrainer beim TSV Havelse, mit dem er 1990 den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. Danach trainierte er kurz den SC Norderstedt.
Wie lange war Volker Finke Trainer beim SC Freiburg?
Finke übernahm den SC Freiburg zum 1. Juli 1991 und blieb bis zum Sommer 2007, also 16 Jahre. Gemeinsam mit Co-Trainer Achim Sarstedt und Präsident Achim Stocker prägte er den Verein. Am 14. Dezember 2006 gaben Finke und der Verein bekannt, dass er den Klub zum Saisonende verlassen werde.
Welche Erfolge feierte Volker Finke mit dem SC Freiburg?
- 1993: Meister der 2. Bundesliga und erster Aufstieg in die Bundesliga. Das erste Bundesliga-Heimspiel im Dreisamstadion im August 1993 gegen Wattenscheid 09 wurde von Finke an der Seitenlinie betreut.
- 1994: Klassenerhalt am letzten Spieltag beim MSV Duisburg (Platz 15).
- 1994/95: Dritter Platz in der Bundesliga, drei Punkte hinter Meister Borussia Dortmund. Es war die bis dahin beste Platzierung des Vereins und brachte die erste Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb, dem UEFA-Pokal 1995/96. Unvergessen bleibt der 5:1-Heimsieg gegen den FC Bayern München am 2. Spieltag.
- 1997/98: Nach dem ersten Abstieg 1997 blieb Finke im Amt, 1998 folgte der Wiederaufstieg.
- 2000/01: Sechster Platz in der Bundesliga und zweite UEFA-Pokal-Teilnahme. Im Dezember 2001 schied Freiburg in der dritten Runde gegen Feyenoord Rotterdam aus.
- 2002/03: Abstieg 2002, im Jahr 2003 als Zweitliga-Meister direkter Wiederaufstieg. Den dritten Abstieg gab es 2005.
Insgesamt gelangen Finke drei Bundesliga-Aufstiege (1993, 1998, 2003) und zwei UEFA-Pokal-Qualifikationen (1995, 2001).
Welche Stationen hatte Volker Finke nach Freiburg?
Urawa Red Diamonds (Japan): Von 2009 bis Ende 2010 trainierte Finke den Klub aus der japanischen J. League, gemeinsam mit seinem Freiburger Co-Trainer Karsten Neitzel.
- FC Köln: Am 1. Februar 2011 trat Finke das neu geschaffene Amt des Sportdirektors an. Nach dem Rücktritt von Trainer Frank Schaefer am 27. April 2011 übernahm er zusätzlich dessen Amt bis zum Saisonende, gewann die verbleibenden drei Spiele und sicherte den Klassenerhalt. Am 10. März 2012 wurde sein Vertrag im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst.
Nationaltrainer Kameruns: Im Mai 2013 übernahm Finke die Nationalmannschaft Kameruns von Jean-Paul Akono. Er qualifizierte das Team für die WM 2014 in Brasilien und den Afrika-Cup 2015 in Äquatorialguinea. Bei der WM belegte Kamerun in Gruppe A den letzten Platz, ohne Punkt und mit nur einem Tor aus drei Spielen (unter anderem 0:1 gegen Mexiko und 0:4 gegen Kroatien). Auch beim Afrika-Cup 2015 schied das Team in der Vorrunde aus.
Warum wurde Volker Finke als Trainer Kameruns entlassen?
Am Freitag, dem 30. Oktober 2015, trennte sich der Verband Fecafoot von Finke. Die Assistenten Alexandre Belinga und Bonaventure Djonkep übernahmen zunächst interimsweise. Finke selbst verwies in einem kicker-Interview darauf, dass seine Mannschaft nach der WM aus 18 Spielen zehn Siege, sechs Unentschieden und zwei Niederlagen geholt habe. In der Qualifikation für den Afrika-Cup 2017 lag Kamerun mit zwei Siegen aus zwei Spielen auf Kurs.
Welche Auszeichnung hat Volker Finke erhalten?
Am 28. März 2019 erhielt Finke in Köln den DFB-Ehrenpreis „Lebenswerk“. Er wurde als neunter Trainer damit geehrt, vor ihm unter anderem Dettmar Cramer, Udo Lattek, Otto Rehhagel und Jupp Heynckes. DFB-Präsident Reinhard Grindel überreichte den Preis bei der Abschlussveranstaltung des 65. Fußballlehrer-Lehrgangs. Grindel würdigte die Innovationen in der Nachwuchsförderung in Freiburg, von denen später der gesamte deutsche Fußball profitiert habe. Oliver Bierhoff nannte Finke einen großen Querdenker des deutschen Fußballs.
Fazit
Volker Finke steht wie kaum ein anderer Trainer für Kontinuität im deutschen Profifußball: 16 Jahre beim SC Freiburg, drei Bundesliga-Aufstiege, zwei UEFA-Pokal-Teilnahmen und ein Klub, der unter ihm zu einem festen Bestandteil der Bundesliga wurde. Seine späteren Stationen in Japan, Köln und Kamerun waren wechselhafter, doch der DFB-Ehrenpreis „Lebenswerk“ 2019 bestätigt seinen Stellenwert in der deutschen Fußballgeschichte.

