Fregatte: Definition, Aufgaben und die Fregatten der Deutschen Marine
Eine Fregatte ist ein mittelgroßes Kriegsschiff, das heute vor allem zur U-Boot-Jagd, Luftverteidigung und Seeraumüberwachung eingesetzt wird. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert und bezeichnete leichte, wendige Galeeren-Kriegsschiffe im Mittelmeerraum. In der Deutschen Marine bilden Fregatten heute das Rückgrat der Überwasserflotte, mit den aktuell aktiven Klassen Brandenburg, Sachsen und Baden-Württemberg. Die geplante Großfregatte F126 wurde im Juni 2026 nach massiven Kostensteigerungen gestoppt; als Ersatz beschafft die Marine nun bis zu acht Fregatten vom Typ MEKO A-200 DEU.
Was ist eine Fregatte?
Eine Fregatte ist ein bewaffnetes Kriegsschiff mittlerer Größe, das zwischen Korvetten und Zerstörern beziehungsweise Kreuzern einzuordnen ist. Der Begriff „Fregatte“ geht vermutlich auf das lateinische Wort „aphractus“ zurück, das ein offenes Schiff ohne durchgehendes unteres Deck bezeichnete, und wurde im späten 16. Jahrhundert im Mittelmeerraum für leichte, schnelle Galeeren-Kriegsschiffe mit Rudern und Segeln verwendet. Moderne Fregatten sind mit Radar-, Sonar- und Waffensystemen ausgestattet und dienen dem Schutz von Handelsschiffen, Flottenverbänden und Küstengewässern.
Welche Aufgaben erfüllt eine Fregatte?
Moderne Fregatten übernehmen ein breites Aufgabenspektrum in der sogenannten dreidimensionalen Seekriegsführung, also der Bekämpfung von Zielen unter Wasser, auf der Wasseroberfläche und in der Luft. Zu den zentralen Aufgaben zählen die U-Boot-Jagd, die Luftverteidigung von Flottenverbänden, die Seeraumüberwachung, das Durchsetzen von Embargos sowie die Unterstützung von Spezialkräften und Evakuierungsoperationen. Fregatten der Deutschen Marine sind zudem häufig mit Bordhubschraubern ausgestattet, etwa vom Typ Sea Lynx, die zur U-Jagd mit Torpedos vom Typ MU-90 bewaffnet werden können.
Welche Fregatten besitzt die Deutsche Marine aktuell?
Die Deutsche Marine stützt ihre aktuelle Einsatzfähigkeit auf drei Fregatten-Klassen. Die Brandenburg-Klasse (F123) ist seit ihrer Indienststellung zwischen 1994 und 1996 im Dienst und wurde ursprünglich als U-Jagd-Fregatte konzipiert; alle vier Einheiten werden zwischen 2026 und 2029 für insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro modernisiert, um ihre Einsatzverfügbarkeit bis mindestens 2035 sicherzustellen. Die Sachsen-Klasse (F124) übernimmt vorrangig die Luftverteidigung von Flottenverbänden. Die Baden-Württemberg-Klasse (F125) wurde am 13. Juli 2022 mit der „Rheinland-Pfalz“ als letzter von vier Einheiten vollständig an die Marine übergeben und gilt als Mehrzweck-Fregatte für Stabilisierungseinsätze. Ergänzt wird die Flotte durch Korvetten der Braunschweig-Klasse sowie Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse.
Was ist mit der geplanten Großfregatte F126 passiert?
Die F126 sollte ursprünglich mit einer Länge von 166,3 Metern, einer Breite von 21,7 Metern und einer Einsatzverdrängung von rund 10.000 Tonnen die größte Fregatte der Welt und das teuerste Kriegsschiff in der Geschichte der Bundeswehr werden. Der Bauvertrag mit der niederländischen Werft Damen Schelde Naval Shipbuilding wurde am 19. Juni 2020 unterzeichnet; am 3. Juni 2024 legte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius den Kiel der ersten Fregatte, die den Namen „Niedersachsen“ tragen sollte. Am 23. Juni 2026 stoppte das Verteidigungsministerium das Projekt jedoch endgültig, nachdem es zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen und massiven Kostensteigerungen gekommen war. Bis zur Einstellung waren nach Angaben des Ministeriums bereits bis zu 2,4 Milliarden Euro investiert worden, ohne dass ein einsatzfähiges Schiff in Aussicht stand; ein Festhalten am Projekt hätte demnach über 18 Milliarden Euro gekostet, wobei die ersten Schiffe frühestens 2032 einsatzbereit gewesen wären.
Welches Schiff ersetzt die gestoppte F126-Fregatte?
Als Ersatz für die gestoppte F126 beschafft die Deutsche Marine bis zu acht Fregatten vom Typ MEKO A-200 DEU des Herstellers thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), auch als F128 bezeichnet. Am 8. Juli 2026 billigte der Haushaltsausschuss des Bundestages den Kauf von zunächst vier MEKO-A-200-DEU-Fregatten mit einer Option auf vier weitere Einheiten. Die MEKO A-200 DEU ist mit rund 4.000 Tonnen Verdrängung deutlich kleiner als die ursprünglich geplante F126, gilt aber laut dem Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, als kampfkräftige Lösung, mit der die Marine ihre Kernaufgabe der U-Boot-Jagd sowie ihre NATO-Verpflichtungen zeitnah erfüllen kann. Parallel dazu befindet sich mit der Fregatte F127 bereits die nächste Neuentwicklung in Planung, die künftig als Luftverteidigungsschiff die alternde Sachsen-Klasse (F124) ablösen soll.

Was ist aktuell Neues bei den Fregatten der Deutschen Marine?
Am 15. September 2026 übernahm Fregattenkapitän Ute Niklas in Wilhelmshaven das Kommando über die Fregatte „Rheinland-Pfalz“ aus der Baden-Württemberg-Klasse (F125) und ist damit die erste Frau, die in der Geschichte der Deutschen Marine eine Fregatte kommandiert. Kapitän zur See Volker Kübsch, Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders, übergab ihr das Kommando von ihrem Vorgänger, Fregattenkapitän Benedikt Eichhorn. Niklas ist seit 2002 bei der Marine, sammelte als Erster Offizier bereits Erfahrung auf Schiffen der F125-Klasse und übernimmt die neue Position nach eigenen Angaben aufgrund ihrer Eignung und langjährigen Erfahrung. Frauen stehen in der Bundeswehr erst seit dem Jahr 2001 alle Laufbahnen offen; zuvor hatten mit Inka von Puttkamer und Helena Linder-Jeß bereits zwei Frauen 2013 als erste Kommandantinnen auf Minensuchbooten der Deutschen Marine für Schlagzeilen gesorgt, jedoch noch keine auf einer Fregatte. Die „Rheinland-Pfalz“ befindet sich aktuell noch in der Werft-Instandsetzung und soll voraussichtlich im kommenden Jahr wieder in See stechen.
Fazit
Die Fregatte hat sich von einem leichten Galeeren-Kriegsschiff des 16. Jahrhunderts zu einem hochmodernen, vielseitig einsetzbaren Kriegsschifftyp entwickelt, der heute das Rückgrat der Deutschen Marine bildet. Mit den bestehenden Klassen Brandenburg, Sachsen und Baden-Württemberg sichert Deutschland seine maritime Verteidigungsfähigkeit ab, während nach dem Aus für die Großfregatte F126 im Juni 2026 nun bis zu acht MEKO-A-200-DEU-Fregatten als Nachfolgelösung beschafft werden. Dass mit Ute Niklas erstmals eine Frau das Kommando über eine deutsche Fregatte übernommen hat, unterstreicht zusätzlich, wie sich die Marine auch personell weiterentwickelt.





